Wie wählen Patienten ihren Arzt aus?

„Da gehst Du besser mal zum Arzt…“ – Wenn sich ein Patient entschlossen hat, zum Arzt zu gehen, muss er entscheiden, zu welchem. Manchmal hat er eine Überweisung seines Hausarztes, manchmal identifiziert er die nötige Fachrichtung selbst. Oder er ist gerade umgezogen und sucht einen neuen Hausarzt oder Zahnarzt. Auf welcher Basis trifft er dann seine Wahl?

Die Zeitschrift „Stern“ veröffentliche 2017 eine Checkliste1, woran ein Patient einen guten Arzt erkennt. Tenor: „Ein guter Arzt oder eine gute Ärztin nimmt sich Zeit und begegnet dem Patienten auf Augenhöhe“.

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Zusammengefasst wurden folgende Punkte angesprochen:

Checkliste

1. Respekt:Patienten sollten spüren, dass ihre Ängste und Anliegen ernst genommen werden.
2. Zeit:Eine gewissenhafte Anamnese braucht Zeit.
3. Unvoreingenommenheit:Nicht immer ist schnell eine eindeutige Diagnose gestellt. Dann sollte der Arzt weiter nachforschen und ergebnisoffen unterschiedliche Ursachen für die Krankheit erwägen.
4. Augenmaß:So viel Diagnostik wie nötig, so wenig wie möglich – denn ein „Zuviel“ schadet dem Patienten eher.
5. Übersetzungsarbeit:Patienten sind keine Ärzte – also sollten Ärzte Krankheit und Therapie in einfachen Worten erläutern.
6. Augenhöhe:Die Entscheidung über Art und Umfang einer Therapie sollte von Arzt und Patient gemeinsam getroffen werden. Hierfür muss der Patient verständlich über alle sinnvollen Optionen sowie deren Vor- und Nachteile aufgeklärt werden.
7. Grenzen:Ein guter Arzt erkennt seine Grenzen und sucht den fachlichen Austausch oder überweist an Kollegen, falls sein Ansatz dem Patienten nicht hilft.
8. Erfahrung:Als Indiz für die Kompetenz des Arztes in einem speziellen Fall ist die Frage von Patienten nach seiner Erfahrung mit der aktuellen Problemstellung vollkommen berechtigt.
9. Bewertung:Patienten orientieren sich gerne an Empfehlungen. Fehlen persönliche Erfahrungen, werden Onlinebewertungen herangezogen – wissend, dass diese häufig problematisch sind, weil sie sehr subjektiv und verkürzt dargestellt sind.
10. Patientenwohl:Laut der Zeitschrift „Stern“ steht das Patientenwohl womöglich nicht an erster Stelle, wenn ein Arzt regelmäßig IGeL-Leistungen verkaufen will und dabei nicht erklärt, warum die Kosten dafür nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen werden.

Das Portal www.patienten-information.de (ein Service der Bundesärztekammer und der kassenärztlichen Bundesvereinigung) hat eine sehr umfangreiche eigene Checkliste veröffentlicht „Woran erkennt man eine gute Arztpraxis?“. Hier wird in den unterschiedlichsten Facetten auf die Themenbereiche Beratung, Aufklärung, Zeit, Erreichbarkeit, Rücksicht und ausführliche Information eingegangen.

Doch worauf achtet der Patient tatsächlich? Das kommt darauf an, welcher Arzt für welches Leiden in welcher Lebenssituation gesucht wird. Und nicht zuletzt auch darauf, wie alt der Patient ist. Insbesondere auf ältere Patienten müssen sich Praxen in Zukunft verstärkt einstellen. Dabei ist hier die Schere der Bedürfnisse groß. Jede Praxis muss für sich klären, inwieweit darauf eingegangen wird.

Und schließlich: Wie informiert sich der Patient? Besondere Bedeutung hat die Empfehlung durch Freunde und Bekannte – je nach nötigem Fachgebiet. Dicht gefolgt von einem übersichtlichen Internetauftritt. Gerade in einer neuen Umgebung ist die Suche über Google und Co. das Mittel der Wahl. An dieser Stelle kommen Bewertungsportale und Praxis-Internetseiten ins Spiel mit Öffnungszeiten, Schwerpunkten und dem Sympathiefaktor durch ansprechende Bilder des Teams und der Praxis. Achtung, bei der Gestaltung einer Internetseite gibt es einige Stolpersteine! Man sollte sich daher gut informieren und ggf. einen Profi einschalten. Gerade in der beruflichen Hektik spielen für viele Patienten z. B. die Sprechzeiten eine zentrale Rolle bei der ersten Auswahl. Erst danach, also bei der Terminvereinbarung oder dem ersten Besuch in der Praxis, kommen die anderen, qualitativen Kriterien zum Zug. Letztlich hat dann jeder Patient einen eigenen Kanon aus Kriterien, die ihm persönlich wichtig sind.

Da sich das Selbstverständnis von Patienten geändert hat und sie sich heute als Kunden sehen, die eine hochwertige Gesundheitsversorgung mit umfassendem Service erwarten, ist die Beachtung der Patienten-Kriterien für die richtige Arztwahl maßgeblich für den Erfolg einer Praxis.

Und dieser Erfolg ist nachweislich besonders langfristig, wenn Patienten zufriedener sind. Sie halten sich konsequenter an besprochene Therapien und Handlungsempfehlungen, was wiederum zu besseren Behandlungsergebnissen führt. So entsteht eine höhere Praxistreue seitens des Patienten, mehr Planbarkeit für die Praxis und damit auch ein zufriedeneres Praxisteam.

Gerne beraten wir Sie rund um Ihre Praxisorganisation. Sprechen Sie uns einfach an.

mediserv Bank GmbH

1 https://www.stern.de/gesundheit/hausaerzte-und-andere-mediziner–so-erkennen-sie-einen-guten-arzt-7508558.html

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